Das Wochenende vom 11. / 12. Juli 2026 nutzte ich für eine kleine Bike & Radio Tour im Frankenwald.
Ziel war es, 4-5 Türme für TOTA ( Towers on the Air ) zu aktivieren.

TL;DR
44km 'Bike, Hike and Radio', 37 QSO, 4x Towers on the Air in 2 Tagen
DLR-1433 / 11 QSOs / 10m & 2m FT8 / Location: 50.278102,11.643359
DLR-1423 / 15 QSOs / 10m & 2m FT8 / Location: 50.22960,11.56508
DLR-1496 / 8 QSOs / 10m & 2m FT8, FM / Location: 50.235093,11.435274
DLR-1496 / 3 QSOs / 10m & 2m FT8, FM / Location: 50.234641,11.31966

Equipment

Für diesen Ausflug ist mit an Bord:

Funkgerät: ICOM 705 und Anytone AT-D878UV II Plus
Antenne: No Tune End Fed Half Wave + T2LT Antenne 2m & 70cm (inkl. 14m Kabel)
Mast: Spiderbeam 7m Glasfasermast
Kabel: Pota-Flex 6 Koaxialkabel (10m)
Strom: Powerbank UGREEN Nexode 90Wh + RUIZHI PD zu DC Adapter Kabel
Zubehör: Laptop / Smartphone ( SDR Control + PoLo Logging )

1. Der Prinz-Luitpold-Turm (DLR-1433)

Nach der ca. 1-stündigen Busfahrt nach Döbra erreichte ich kurze Zeit später den ersten Turm dieser Tour: Der Prinz-Luitpold-Turm wurde 1903 erbaut und steht auf dem 794 Meter hohen Döbraberg.

Den Funkbetrieb startete ich ca. gegen 10:30 Uhr (08:30 UTC). Standort, Antenne und morgentlicher Aktivität war prima und ich konnte elf QSOs im 10m Band (u.a. England, Griechenland und Belarus) als auch auf 2m fahren. Nach bereits 45 Minuten hatte ich genügend Logs um diesen Turm zu aktivieren.

Für den Auf- und Abbau der Station sowie die Überfahrt zum nächsten Turm hatte ich bei der Planung etwas zu wenig Zeit vorgesehen. Für den ersten Ausflug dieser Art gab es aber einen großen Puffer und mit der Zeit kommt ja noch die Übung beim Aufbau und optimiertes Equipment dazu.

2. Der Pressecker-Knock-Turm (DLR-1423)

Nach ca. 16km und 250 hm erreichte ich den Pressecker Knock, die Nr. 2 auf meiner Liste. Mit etwas „Verspätung“ und einer Frühstückspause startete ich den Funkbetrieb zunächst am Boden und verlege meine Station dann doch auf den Turm selbst. Die Befestigungsmöglichkeiten für den Spiderbeam waren etwas mau, daher baumelten die Antennen einfach senkrecht nach unten.

Hier begann zum ersten Mal der Kampf mit der Stehwelle für die 10m Half-Tune-Half-Wave (oder dem Kabel): Der geringste Ruckler brachte den SWR zum Komplettausschlag – ein Thema für spätere Analyse.

Trotzdem gelangen 14 QSOs auf dem 10m Band (und einer auf 2m): Bulgarien, Finnland, Tschechien, Estland,… Den Funkbetrieb von 1,5 Stunden stellte ich hier gegen 16 Uhr (14:00 UTC) ein und begann die Überfahrt zur Radspitze (ca. 14 km).

3. Der Radspitzturm (DLR-1424)

Neben der „zickenden“ Antenne geht nun auch der Saft aus. Deshalb gab es vor diesem Turm noch einen Zwischenhalt in einer nahegelegenen Ausflugsgaststätte. Dort konnte ich alle Akkus ein wenig nachladen, startete aber entsprechend spät den Funkbetrieb, der aufgrund des Batteriestandes auch nach 2 Stunden beendet werden musste.

Start des Funkbetriebs somit um ca. 19:30 Uhr (17:30 UTC) – es wird spät! Das 10m Band ist voller Aktivität schließt jedoch in Kürze und der Antennenaufbau gestaltet sich schwierig. Der Turm hat ein Dach – viel „Gebastel“ bis 2m und 10m Antenne endlich an Ort und Stelle waren (und dem Ringen mit der Stehwelle). Empfang ist Top – Sendeleistung „naja“.

Großes Ziel: Ein paar Kontakte auf 10m, aber um auf die erforderlichen 13 QSOs zu kommen, fehlt die Zeit. Auf 2m reichen aber 3 QSOs und somit ziele ich aktiv auf die abendlichen Lokalrunden auf dem 2m Band, finde aber nur vereinzelte Aktivität: 2 Gespräche auf FM und 1x FT8 reichen für die Aktivierung. Fünf weitere auf 10m waren dann noch Bonus.

4. Aussichtsturm Landesgartenschaupark Kronach (DLR-1496)

Am nächsten Morgen das Finale dieser Tour: Ein Aussichtsturm im Herzen von Kronach. Ein altes Silo, saniert im Zuge der Landesgartenschau von 2002 zu einem Kletterturm mit Aussichtsplattform. Ganz anders als die sonstigen Türme liegt dieser im Tal und unweit des Bahnhofs und damit nahe dem Abschluss meiner Tour.

Weiterhin mit Stromknappheit und noch einem „schläfrigen“ 10m Band versuche ich mein Glück auf 2m und schaffte gesamt 4 QSOs via FT8 und FM. Leider verschluckte mein Logging beim Gerätewechsel zwischen Smartphone und Laptop einen Kontakt – aber drei reichen ja auch aus (TOTA Aktivierung). Für 2,5 Stunden Funkbetrieb ist das keine große Ausbeute. Für einen Sonntagmorgen, bei dem oftmals nur 5 Watt Sendeleistung zur Verfügung standen und die Lage berücksichtigt wird, ist sie vielleicht doch akzeptabel.

Sonntag gegen 11 Uhr endet der (erste) Ausflug (dieser Art) am Kronacher Bahnhof mit insgesamt 36 QSOs, 45 KM Radstrecke und vielen Erkenntnissen und neuen Ideen.

„BIKE ‚N RADIO“ – Fazit und lessons learned

Die Kombination aus sportlicher Aktivität und Funkbetrieb macht Spaß. Die Ausrüstung ist nicht allzu schwer. Wenn man gut plant, kann das eine angenehme Wochen(end)aktivität sein, die sich noch mit Camping, Badesee, Kulinarik etc. kombinieren lässt. Wenn es zwischen dem Türmen zu viele Höhenmeter sind, gibt es ja noch POTA. Ich muss mal suchen ob es LOTA gibt – LAKES ON THE AIR

Ein paar Verbesserungen für die nächste Tour:

Spiderbeam: Ein echtes „Mast have“ (Hi). Für die Montage an manchen Türmen wäre ein kleiner Standfuß mit Abstandshalter von ca. 20 cm nicht schlecht. Ein Job für den 3D Drucker. Die Montage am Fahrradrahmen funktioniert, jedoch löste sich bei der Fahrt öfters eine der Schutzkappen – nicht gerade ungefährlich wenn sich plötzlich die Elemente ausfahren und ich zum Lanzenreiter werde.

Strom: Angenehm wären wohl ca. 1,5 – 3 Stunden Funkbetrieb pro Location um verschiedene Modi auszuprobieren und etwas in die Bänder zu lauschen. Mit der aktuellen Powerbank (ca. 90Wh) sowie den Akkus in Laptop und Smartphone gibts genug Saft für etwa 6 Stunden Funkbetrieb. Bei voller Sonne macht die Displayhelligkeit viel aus. Ob ein Solarpanel Abhilfe schaffen könnte, wird ausprobiert. Mehr Gepäck am Rad wird aber schwierig…

In manchen Situationen (ich denke Batteriestand < 35%) beginnt die Stromzuhfur (ich tippe auf die Powerbank) Störungen einzuwerfen. Dies stört hauptsächlich den Betrieb auf dem 10m Band. Ggf. durch längere USB-Zufuhr oder Abschirmung lösbar?

Funkgeräte: Die Überlegung, beide Geräte mitzuführen und einen parallelen Betrieb auf 10 m und 2 m zu fahren, ist grundsätzlich nicht verkehrt, in der Praxis jedoch schwer umzusetzen. Ein zweiter Aspekt ist das regelmäßige Aussenden der Position samt QRG (145.500) auf APRS. Da bisher noch nie jemand darauf reagiert hat, würde ich bei „Bike ’n Radio” künftig auf das Anytone verzichten und stattdessen eine zweite Powerbank mitnehmen.

Modus: Digimodes sind praktisch, gerade weil man auf den Türmen oft nicht allein ist. Bei FT8 gibt es eigentlich immer irgendeine Aktivität. Allerdings achten (vermutlich) viele Funker auch darauf, welche Stationen sie schon einmal gearbeitet haben. Gerade bei einer solchen Tour ist es aber wahrscheinlich, dass ich die gleiche Station eben viermal hintereinander rufe, also pro Turm einmal. Um diesen Umstand aufzuklären, setze ich gelegentlich ein „CQ TOTA DN9DML/P” ab – ein Hinweis auf diese Art von Contestaktivität. Ich werde mich aber noch versuchen mich für SSB zu begeistern, das könnte auch etwas spannender werden. Gutes Headset sollte dann aber mit am Start sein.